Jahresbericht über antisemitische Vorfälle in Kanada 2018

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Oder das dritte Jahr in Folge, in dem im Antisemitismus in Kanada Rekorde verzeichnet wurden.

Der Jahresbericht über antisemitische Vorfälle, der von der Rechtsabteilung der Liga für Menschenrechte (League for Human Rights) in B’nai Brith Canada erstellt wurde, verzeichnete im Jahr 2018 2.041 antisemitische Vorfälle, ein Anstieg von 16,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Die antisemitischen Vorfälle beinhalteten:

  • Eine Gruppe Jugendlicher, die ein brennendes Feuerwerk auf chassidische Juden in Boisbriand, Quebec schießen.
  • Zwei Saskatchewan-Grundschüler wurden von Altersgenossen belästigt und geschlagen.
  • Eine Gruppe orthodoxer Studenten in Toronto wurde auf der Straße angegriffen.
  • Ein Gymnasiastin aus Winnipeg wurde wegen ihrer „jüdischen Nase“ verspottet.
  • Eine Frau aus Manitoba erhielt einen anonymen Anruf, in dem ihr gesagt wurde: „Die Juden verdienen den Tod“
  • Eine 13-jährige Schülerin aus Toronto, die von einem Kollegen belästigt wurde, der drohte, „auf eine jüdische Schule zu schießen“, und ihr sagte, sie solle „in die Öfen zurückkehren“.

Während Vandalismus und Gewalt weiterhin auf Mitglieder der jüdischen Gemeinde Kanadas abzielten, waren Belästigungen im Jahr 2018 die dominanteste Form der antisemitischen Äußerung mit einem Anstieg von 28,4% im Vergleich zu 2017 – ein Anstieg von 61,5% seit 2015.

80% der Vorfälle fanden über Online-Plattformen wie Facebook, Twitter, Instagram, YouTube, E-Mail und andere statt.

„Wir erleben eine neue und beunruhigende Situation in Bezug auf den Antisemitismus in diesem Land. Manifestiert wird der antijüdische Hass in Gebieten, in denen bislang weniger Vorurteile bestanden“, sagte Michael Mostyn, Direktor von B’nai Brith Canada.

„Besonders besorgniserregend ist der Anstieg an antisemitischen Belästigungen in den sozialen Medien, einschließlich Todesdrohungen, Gewaltdrohungen, böswillige antijüdische Kommentare und Rhetorik.“

Während die meisten Vorfälle in Ontario und Quebec stattfanden, die im Vergleich zu 2017 um 49,6 Prozent zunahmen, war auch in den Provinzen British Columbia, Manitoba und Saskatchewan sowie in Teilen des kanadischen Atlantiks ein deutlicher Anstieg zu verzeichnen.

„Das Massaker an den Juden, die in einer Synagoge in Pittsburgh beteten, nur wenige Tage bevor ein Mann in Montreal über das Internet drohte, „jüdische Mädchen zu töten“, zeigt, dass es einigen Tätern gelingt, ihre Drohungen in die Tat umzusetzen, und deshalb müssen wir gegen jede Form von Hass wachsam sein. Aus diesem Grund bittet B’nai Brith die Regierungsbeamten, die in unserem Acht-Punkte-Plan beschriebenen Maßnahmen zur Bekämpfung des Antisemitismus (Eight-Point Plan to Tackle Antisemitism) zu übernehmen“, sagte Mostyn.

Der Plan umfasst die Aufstockung der Ressourcen für Polizeieinheiten gegen Hassverbrechen, Nulltoleranz bei der öffentlichen Finanzierung antijüdischer Ereignisse, Maßnahmen der Regierung gegen den Antisemitismus auf dem Campus und die Verabschiedung eines nationalen Aktionsplans gegen Antisemitismus.