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Propaganda Türkei

Stacheldrahtzäune, SS-Offiziere und zerlumpte Kinderschuhe: Die Kulisse eines Konzentrationslagers an einer türkischen Filmpremiere

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Source: forward

Istanbul – SS-Offiziere, Häftlinge in zerlumpten Uniformen, Stacheldraht, deutsche Schäferhunde, Hinweisschilder mit der deutschen Aufschrift „Achtung“ und verlassene Kinderschuhe. Nein, dies ist nicht die Beschreibung eines Films aus den betreffenden Jahren in Deutschland, sondern das Dekor, das am Montagabend bei der Eröffnung eines neuen türkischen Films namens „Cicero“ eingerichtet wurde, der sich mit einer Spionageaktion aus dem Zweiten Weltkrieg befasst.

Der Film konzentriert sich auf die Figur des in Albanien geborenen Türken Elyesa Bazna, der während des Krieges als Diener des britischen Botschafters in Ankara diente. Bazna gab vertrauliche und wertvolle Informationen, die er im Safe im Haus des Botschafters Elia Peretz fand, an die Deutschen weiter. Für die Information erhielt er mehrere hunderttausend Pfund Sterling, die sich jedoch als Falschgeld herausstellten. Diese Geschichte wurde schon vor langem verfilmt, im Jahr 1952 mit dem Titel “Five Fingers”, der unter der Regie von Joseph Mankiewicz mit James Mason in der Rolle von Cicero gedreht wurde.

    

Der türkische Film konzentriert sich zwar nicht auf den Holocaust, doch verweist er auf die Operation Euthanasia, bei der die Nazis Zehntausende deutsche Kinder, die an angeborenen Fehlbildungen und verschiedenen Behinderungen litten, ermordet haben – einige starben sogar in Gaskammern. “Das Kino enthält so viele Bezugsnahmen auf den Holocaust der Juden. Ich wollte, dass wir auch in anderen Aspekten einen Hinweis auf die Grausamkeit der Nazis schaffen”, sagte der Filmproduzent Mustafa Oslo.