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Israel Jahresbericht

Das Koordinierungsforum zur Bekämpfung des Antisemitismus – Jährliche Bewertung: 2018

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Source: CFCA

Im Jahr 2018 setzte sich der Trend fort, wobei die Anzahl der antisemitischen Vorfälle und gewaltsamen Übergriffe auf Juden weiterhin steigt. In den meisten Ländern, in denen das Auftreten antisemitischer Vorfälle überwacht wird, kam es im letzten Jahr zu einer Rekordzahl an Vorfällen.

Das verheerendste antisemitische Ereignis im vergangenen Jahr war das Massaker in der Tree-of-Life-Synagoge in Pittsburgh, Pennsylvania, bei dem elf Juden von Robert Bowers, einem rechtsextremen Aktivisten in den Vereinigten Staaten, ermordet wurden. Das Verbrechen lenkte die Aufmerksamkeit auf den neonazistischen Antisemitismus in den Vereinigten Staaten, wo Nationalisten, die die weiße Vorherrschaft propagieren, freie Meinungsäußerung und freien Zugang zu Waffen genießen.

White Supremacists in den USA erlebten in den letzten drei Jahren eine Art Wiedergeburt, hauptsächlich aufgrund des Aufstiegs der alternativen Rechten, der Alt-right. Das Kernstück der Ideologie der White Supremacy (weiße Vorherrschaft) in ihrer modernen Version ist, dass die weiße Rasse vom Aussterben bedroht sei und in einer steigenden Flut von nicht-weißen Menschen untergeht, die von den Juden kontrolliert und manipuliert werden. Die White Supremacists glauben, dass fast jede Aktion gerechtfertigt sein kann, wenn das Ziel darin besteht, die weiße Rasse zu “retten”.

Im Gegensatz zu den radikalen Rechten in den Vereinigten Staaten hat die extreme Rechte in Europa viele Veränderungen durchlaufen, die sich aus gesellschaftlichen Veränderungen und Veränderungen der Art der Bedrohungen ergeben, wie sie von den Führern dieses Teils der politischen Landkarte wahrgenommen werden: Juden, Kommunisten und sogar Amerikaner wurden in den letzten Jahren durch den neuen Feind des rechtsextremen Flügels Europas ersetzt, den Islam. Die extremen antisemitischen Aktivitäten der extremen Rechten in Europa sind moderater geworden und stellen keinen dominanten Faktor für den Antisemitismus dar. Eine Ausnahme bildet Deutschland, wo ein Aufstieg an von der extremen Rechten begangenen antisemitischen Vorfälle registriert wurde.

Der muslimische Antisemitismus ist nach wie vor der dominierende und einflussreichste Faktor bezüglich der antisemitischen Vorfälle in der Welt. Grob gesagt können zwei verschiedene Faktoren im muslimischen Antisemitismus beobachtet werden:

Der radikale Islam ist vor allem die Schule des dschihadistischen Salafismus, die von einer extremistischen religiösen Ideologie beeinflusst wird, die die Juden als den ultimativen Feind betrachtet, gegen den zusammen mit den Kreuzfahrern gekämpft werden muss. Diese islamische Schule, die gegenwärtig in Organisationen wie Da’ash und Al-Qaida zum Ausdruck kommt, verbreitet eine Ideologie, die ihre Anhänger dazu aufhetzt, Juden Schaden zuzufügen. Die in Moscheen verbreitete antisemitische Propaganda kennzeichnet die Juden als Teil einer internationalen Verschwörung, die den Islam schädigen soll, und markiert die Juden als Ziele des Dschihad. In jüngster Zeit hat sich mit dem erheblichen Rückgang der militärischen und politischen Macht des islamischen Staates die Haltung gegenüber den Juden als würdiges Angriffsziel für den dschihadistischen Diskurs, spürbar verschlimmert.

Neben dem dschihadistischen Diskurs gibt es in der islamischen Welt auch eine andere Art von antisemitischem Diskurs, der die Delegitimierung der zionistischen Bewegung im Allgemeinen und des Staates Israel im Besonderen hervorhebt. Dieser als “der neue Antisemitismus” bekannte Antisemitismus, der auch viele andere Elemente der radikalen Linken und der BDS-Organisationen kennzeichnet, verbindet das jüdische Volk mit dem arabisch-israelischen Konflikt. Die Verweigerung des Existenzrechts des Staates Israel als Staat des jüdischen Volkes unter Verwendung klassischer antisemitischer Motive zur Beschreibung der jüdischen Aggression kennzeichnet den Diskurs dieser Gruppen. Ein weiteres Merkmal, das die Juden gefährdet, ist die gelegentliche Betrachtung der jüdischen Gemeinden in der Diaspora als Erweiterung des Staates Israel und Ziel von Protest- und Gewaltakten als Reaktion auf das, was sie als israelische Gewalt gegen Araber betrachten.

Die zwei Merkmale des muslimischen Antisemitismus sind in diesem Bereich nicht immer klar voneinander zu unterscheiden und beeinflussen gemeinsam die muslimische Bevölkerung in den verschiedenen Ländern. Die Wellen der muslimischen Emigration in westliche Länder in den letzten Jahren, hauptsächlich aus Ländern des Nahen Ostens, und ihre schwierige Situation haben eine breite Zone für beide Arten von Einfluss geschaffen.

Ein Beispiel für die Entwicklung oder Veränderung des antisemitischen Diskurses findet sich im Verweis auf den liberalen Milliardär George Soros. Organisationen und rechtsextreme Aktivisten auf der ganzen Welt arbeiten daran, Soros nicht nur als politischen Gegner darzustellen, sondern als Verkörperung dessen, was sie mit antisemitischen Argumenten, die an die Protokolle der Ältesten von Zion erinnern, ablehnen.

Zur gleichen Zeit fuhren radikale linke Bewegungen, insbesondere auf den US-amerikanischen Universitäten, mit starker antiisraelischer Propaganda fort, die jüdische Studenten dazu brachte, sich unsicher zu fühlen, sich frei für pro-israelische oder zionistische Ansichten zu äußern.

In Großbritannien wurde der antisemitische Diskurs hochrangiger Mitglieder der Labour Party im Land fortgesetzt, wobei Corbins Unterstützung für Hamas und Hisbollah erneut enthüllt wurde. Es handelt sich hauptsächlich um eine Art neuer Antisemitismus, der als Kritik an Israel verkleidet ist, sich aber an die Juden in Großbritannien richtet, die offen beschuldigt werden, Teil des “Regimes der Besatzung und der Unterdrückung” zu sein.

In Osteuropa ging die Zahl der gewalttätigen Vorfälle zurück. Eine spürbare Ausnahme vom rückläufigen Trend der Vorfälle in Osteuropa ist die Ukraine.

Im vergangenen Jahr wurden auch bedeutende Erfolge bei der Bekämpfung des Antisemitismus erzielt. In erster Linie die Förderung der Anerkennung der Definition von Antisemitismus. (Was den neuen Antisemitismus und die De-legitimierung als eine Form des Antisemitismus anerkennt. Sie können die vollständige Definition am Ende des Berichts lesen.)

Immer mehr Länder haben erklärt, dass sie beabsichtigen, die Definition zu übernehmen, die den Behörden Instrumente zur Verfügung stellt, um Antisemitismus zu erkennen und dadurch seine Verhinderung zu ermöglichen. Anfang Dezember gaben 28 EU-Staaten eine Erklärung gegen Antisemitismus und ein Versprechen zur Wahrung der Sicherheit der Juden heraus. Der EU-Rat verkündete in einer Erklärung, dass es eine Empfehlung für EU-Mitglieder gibt, die Definition als Unterrichtsinstrument oder Hilfsmittel zu verwenden.

Der Kampf gegen die BDS-Bewegung trägt ebenfalls Früchte, und immer mehr Länder erlassen Gesetze, um die die Aktivitäten von Organisationen einzuschränken oder zu verbieten, die den Boykott Israels unterstützen.