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Bedrohung Vereinigte Staaten

Anschlag auf Synagoge in Ohio vereitelt

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Source: JTA

Holland, Ohio – Sicherheits-Behörden konnten in Ohio zwei junge Extremisten an Anschlägen hindern. Die Täter agierten auf eigene Faust und getrennt voneinander.

Ermittlern in Ohio sind über Hanukkah zwei wichtige Erfolge gelungen. Wie am Montag bekannt wurde, wurde bereits am Freitag im Norden des Gliedstaates der 21-jährige Damon Joseph verhaftet. Der junge Mann war auf Online-Plattformen durch antisemitische Hass-Parolen aufgefallen. Undercover-Ermittler nahmen daraufhin Kontakt mit Joseph auf. Dieser zeigte Sympathien mit dem Islamischen Staat und erklärte den Agenten, er sei von Hass auf «die Schwulen, die Christen, die Katholiken, die Juden – und so weiter» besessen.

Besonders stark schien sein Hass auf Juden. Nach dem blutigen Anschlag auf eine Synagoge in Pittsburgh im Oktober wollte Joseph nachziehen, eine jüdische Gemeinde in Toledo überfallen und dabei den Rabbiner und Sicherheitskräfte erschiessen. Er bat die Regierungs-Agenten ihm bei der Beschaffung von Schnellfeuer-Gewehren behilflich zu sein und wurde dann am Freitag bei der Übergabe verhaftet. Bislang haben die Behörden die von Joseph für sein Attentat ausgesuchte Synagoge nicht identifiziert.

Auch die 23-jährige Elizabeth Lecron war Sicherheits-Behörden Online aufgefallen. Sie hatte im Juni Lobeshymnen auf Dylann Roof angestimmt, der 2015 neun Gläubige an einer afroamerikanischen Kirche in South Carolina erschossen hatte. Roof wurde inzwischen zum Tode verurteilt und sitzt in einem Gefängnis in Indiana ein. Lecron nahm über den Sommer brieflich Kontakt zu dem Massenmörder auf, der seine rassistische Bluttat nicht bereut. Lecron sandte ihm ein Buch über Nazi-Soldaten und gab ihm den Rat: «Bleibe stark».

Lecron hatte eine Reihe von Anschlägen geplant. Laut Ermittlern dachte sie an einen «Massenmord auf hohem Niveau» in einer Bar in Toledo. Daneben war ihr Arbeitgeber ein Ziel – ein Unternehmen, das angeblich die Umwelt verschmutzt. Schliesslich begann Lecron jedoch mit der Planung eines Bombenanschlages auf eine Öl-Pipeline in Georgia. Bei der Übernahme von Schwarzpulver für das Attentat wurde sie am Samstag von Ermittlern verhaftet (Link).

Die Episoden zeigen einerseits, dass verwirrte oder von Hassgefühlen erfüllte Amerikaner zunehmend blutigen Terror als nahe liegendes Ventil oder Erfüllung ihres Schicksals betrachten. Die Ziele scheinen dabei mitunter nebensächlich zu sein. Und zweitens haben Ermittler – dabei dürfte das FBI zu vermuten sein – inzwischen Wege gefunden, diese Menschen zu identifizieren. Ihr Hass mag zwar im Verborgenen gedeihen, findet aber anscheinend zuerst Online einen Ausdruck – und dies ermöglicht Polizei-Massnahmen.