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Antisemitische Rufe im Brandenburger Landespokal

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Source: rbb24

Ludwigsfelde – Das Viertelfinalspiel im Fußball-Landespokal Brandenburg zwischen den beiden Oberligisten Ludwigsfelder FC und FSV 63 Luckenwalde (3:6 n.V.) hat ein Nachspiel. “Irgendwelche unklugen Menschen stehen mit antisemitischen Äußerungen auf den Rängen und das wird hier toleriert. Das macht mich sprachlos”, sagte Luckenwaldes Trainer Jan Kistenmacher auf der Pressekonferenz nach dem Spiel.

Eigentlich wollte sich Kistenmacher über den späten Sieg seiner Mannschaft beim befreundeten Verein aus Ludwigsfelde freuen, doch die Rufe einiger – “vermutlich AfD-Wähler” – hätten ihm die Laune vermiest. Ludwigsfeldes Trainer Volker Löbenberg pflichtete Kistenmacher grundsätzlich bei: “Solche Äußerungen gehören auf keinen Fußballplatz”. Allerdings habe Löbenberg keine Beschimpfungen wahrgenommen.

Über 700 Zuschauer verfolgten am Sonntag die Landespokalpartie in Ludwigsfelde. Die antisemitischen und angeblich auch sexistischen Beleidigungen seien laut Luckenwaldes Trainer aus einer zehn- bis zwölfköpfigen Gruppe heraus gerufen worden, die direkt hinter der Gäste-Bank gestanden habe. Der MAZ gegenüber wollte Kistenmacher den genauen Wortlaut nicht wiederholen: Es wäre nicht sein Vokabular und er wolle kein Öl ins Feuer gießen. Er habe genug sensibilisiert, so dass die Ludwigsfelder darauf achten, wird er in der Zeitung am Montag zitiert.

Nach MAZ-Informationen sei offenbar, neben anderen Beleidigungen, “jüdische Drecksau” gerufen worden. Auch die Physiotherapeutin und eine Sporttherapeutin, die zum Betreuerstab des FSV Luckenwalde gehören, seien beschimpft worden. Der Landesverband wird vermutlich beide Vereine zu einer Stellungsnahme auffordern und den Fall untersuchen. Jan Kistenmacher war am Montag auf Anfrage nicht zu erreichen.

Nach antisemitischen Beleidigungen während eines Landespokalspiels in Ludwigsfelde zieht der Fußball-Landesverband Brandenburg (FLB) erste Konsequenzen.

In einer Stellungnahme vom Dienstag verurteilte der FLB die Vorfälle ganz klar und verwies den Fall zur Aufklärung an das Sportgericht. “Jede Form von Gewalt, Diskriminierung, Antisemitismus und Extremismus hat nicht nur in unserer Gesellschaft, sondern auch auf den Fußballplätzen nichts zu suchen”, sagte FLB-Präsident Jens Kaden.