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Deutschland Jahresbericht

Bericht antisemitischer Vorfälle von Januar bis Juni 2018 vor

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Source: RIAS

RIAS Berlin wurden jeweils 18 antisemitische Angriffe und Bedrohungen bekannt, wobei sich die Anzahl der gemeldeten Angriffe im Vergleich zum ersten Halbjahr 2017 verdoppelte und die der Bedrohungen um 50 % anstieg.

Als antisemitische Angriffe erfasste RIAS Berlin z. B. sechs (zum Teil versuchte) Körperverletzungen gegen Personen, die aufgrund einer Kippa, einem Davidstern-Tattoo oder dem Hören von israelischer Musik als Israelis oder als Jüdinnen_Juden erkennbar waren. In acht gemeldeten Fällen waren Kritiker_innen von antisemitischen Äußerungen von den Angriffen betroffen, zwei Angriffe erfolgten aus dem antisemitischen „Al-Qudstag-Marsch“. Knapp über die Hälfte der gemeldeten Angriffe (10) konnten keinem politischen Hintergrund zugeordnet werden, drei waren islamistisch motiviert und fünf links-antiimperialistisch.

RIAS Berlin registrierte im ersten Halbjahr 2018 außerdem 18 antisemitische Bedrohungen. Auch hier ist ein Anstieg um 50 % gegenüber den 12 gemeldeten Bedrohungen im Vorjahreszeitraum zu verzeichnen. Diese Bedrohungen richteten sich vor allem gegen Jüdinnen_Juden und Israelis (9 Fälle), aber auch gegen jüdische und israelische Institutionen (4). Im Einzelfall waren auch politische Gegner_innen und nicht-jüdische Personen betroffen (je 2). Fünf der gemeldeten Bedrohungen hatten einen islamistischen Hintergrund, zwei waren rechtsextrem und zwei links-antiimperialistisch motiviert. Bei den übrigen Bedrohungen ist der politische Hintergrund unbekannt.

Lala Süsskind, Vorsitzende des Jüdischen Forums für Demokratie und gegen Antisemitismus (JFDA) e.V., erklärt: „Antisemitische Vorfälle verharren in Berlin weiter auf konstant hohem Niveau. Traurig genug! Zusätzlich erleben wir einen massiven Anstieg von körperlicher Gewalt gegenüber Personen, die als Jüdinnen und Juden erkennbar sind. Die Dokumentation jedes einzelnen Vorfalls im Halbjahresbericht 2018 durch die Recherche- und Informationsstelle Berlin (RIAS) ist wertvoll, im täglichen Engagement gegen Antisemitismus sind wir jedoch alle gefordert. Denn die Auseinandersetzung mit dem Antisemitismus ist der Lackmustest für die deutsche Demokratie nach der Shoah.“

Die Pressemitteilung dazu findet sich unter