LOADING

Type to search

Forschung Polen

Antisemitismus in Polen hat seinen Kopf erhoben

Share
Source: jpost

Eine neue Studie (The Resurgence of Antisemitic Discourse in Poland – Die Wiederbelebung des antisemitischen Diskurses in Polen) argumentiert, dass der polnische Antisemitismus seinen Kopf im vergangenen Jahr wieder erhoben hat und verbindet damit Dutzende von Beispiele für antisemitische Äußerungen und das intensive Interesse der Medien an dem Gesetz bezüglich des Holocausts. Dies ist eine Studie, die im Journal of Foreign Relations des Internationalen Rates für Auswärtige Beziehungen (ICFR) veröffentlicht wurde und vom Jüdischen Weltkongresses gesponsert wird.

Die Studie untersuchte das Wiederauftauchen des antisemitischen Diskurses nach dem Erlass des umstrittenen polnischen Gesetzes „gegen Verleumdung“. Das Gesetz wollte strafrechtliche Sanktionen gegen diejenigen verhängen, die die Polen und den Polnischen Staat für die Beteiligung an der Vernichtung der Juden verantwortlich machen. Dr. Rafał Pankowski vom Warschauer Collegium Civitas, erforscht die beunruhigende Wiederbelebung des Antisemitismus in diesem Land und identifiziert Dutzende von Beispielen für antisemitische Äußerungen. „Die Woge der Feindseligkeit gegenüber den Juden und dem jüdischen Staat in den polnischen Medien und in der Politik Anfang 2018 überrascht viele Beobachter”, sagte er und fügte hinzu, dass es für ihn ein großer Schock war, weil die bilateralen Beziehungen zwischen Polen und Israel viele Jahre lang besonders herzlich und hilfreich waren.

„Im Gegensatz zu anderen Ländern im ex-kommunistischen Mittel- und Osteuropa hat Polen bedeutende Fortschritte bei der Anerkennung und Erforschung der unbequemen Wahrheiten über sein eigenes Erbe des Antisemitismus gemacht. Doch aufgrund der neuen Gesetzgebung wurde dieser Fortschritt jedoch ernsthaft behindert, und die Ergebnisse dieser Historiker und sogar ihr Patriotismus wurden in Frage gestellt“, schreibt Pankowski in seinem Forschungsbericht. Er stellt außerdem fest, dass der antijüdische Diskurs in den letzten Jahren hauptsächlich auf extremistische Kreise beschränkt war, aber kürzlich einen prominenten Platz in den Mainstream-Medien fand, insbesondere in staatlich kontrollierten Nachrichtensendern. “Der Anstieg des radikalen nationalistischen Diskurses”, warnt Dr. Pankowski, “spiegelt eine tiefere Krise liberaler, demokratischer und humanistischer Werte wider – in Polen und anderswo im postkommunistischen Europa sowie in der ganzen Welt.”