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Forschung

Der syrische Lehrplan: Unterricht der russischen Sprache, antisemitische Motive und Kritik am Iran

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Source: impact-se

Die IMPACT-SE Organisation, das Forschungsinstitut für internationale Politik, das seit 1998 offizielle Lehrbücher aus der ganzen Welt erforscht und analysiert, überprüfte die offiziellen syrischen Lehrbücher für erste Klasse bis zwölfte Klasse in Gebieten, die von dem Assad-Regime kontrolliert werden. Es analysierte deren Inhalt in Bezug auf Israel, Russland, Iran, den Bürgerkrieg, etc. Die Prüfung der Studienmaterialien soll die Übereinstimmung mit internationalen Bildungsstandards, die aus UNESCO-Resolutionen und internationalen Verträgen für die Akzeptanz des Anderen, den Frieden und die Toleranz abgeleitet sind, bestimmen.

Der Bericht, verfasst von Dr. Eldad J. Pardo und Maya Jacobi zeigt, dass syrische Lehrbücher die Achtung und ein uneingeschränktes Engagement für den syrischen Präsidenten und seinen verstorbenen Vater, Hafez al-Assad, fördern. Der Vater wird als Held beschrieben, und sein Sohn als derjenige, der ihm mit großem Mut folgt. Die Forscher stellten jedoch fest, dass es sich im Vergleich zum iranischen Lehrplan beispielsweise um keinen übermäßigen Personenkult handelt. Die Syrische Armee, nach dem Bericht, hat eine besondere Rolle in dem arabischen Land, nur eine Form des Islam wird gelehrt und verbreitet andere Religionen oder andere religiöse Konfessionen außer dem Christentum werden völlig ignoriert. Die Forscher fanden heraus, dass der Lehrplan zwar weltliches, freies Denken fördert, und spezielle Bücher für die christliche Erziehung beinhaltet, er jedoch nicht den Standards, die sich aus den UNESCO-Richtlinien für Bildung für Frieden und Toleranz ergeben, entspricht. Ein Thema, das die Anforderungen der UNESCO erfüllt, ist die Gleichstellung der Geschlechter.

Laut dem Bericht gibt es Hinweise auf wachsende Verbindungen zu Russland, einschließlich des Studiums der russischen Sprache, die in letzter Zeit zu einer Pflichtsprache in Syrien geworden ist, und einer wachsenden Wertschätzung der russischen Kultur.

Was Israel anbelangt, so erscheint es in den syrischen Lehrbüchern nicht in vollem Namen – weder in Karten noch in Texten -, sondern wird als “rassistisch / terroristisch / zionistisch” bezeichnet. Laut dem Bericht sind im syrischen Lehrplan antisemitische Themen wie Verweise auf das klischeehafte Bild von Shylock, dem Helden des Stücks „Der Kaufmann von Venedig“ des englischen Dramatikers William Shakespeare, zu finden. Es gibt im Lehrplan keinen Bezug auf den Holocaust, und Bücher in den Schulen des arabischen Landes zeigen, dass Israel ein terroristischer Staat sei, der unter anderem “den Golan stahl” und damit seien alle Mittel legitim im Krieg gegen ihn, einschließlich Terror und Selbstmordattentate.

“Die zionistische Einheit ist schuldig, den Golan gestohlen zu haben und seine Ressourcen zu leeren”, heißt es in einem syrischen Lehrbuch. Israel wird auch vorgeworfen, archäologische Denkmäler gestohlen zu haben mit dem Ziel, “die syrisch-arabische Geschichte zu verzerren” und damit seine syrischen Bewohner daran zu hindern, wirtschaftlich zu florieren.