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Deutschland Propaganda

Antisemitischer Flyer an Synagogenbrunnen ausgelegt

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Freiburg – Neben dem Brunnen auf dem Platz der Alten Synagoge in Freiburg wurde am 11. Juli ein Flyer entdeckt, der antisemitische Verschwörungsmythen bedient und eine Täter_innen-Opfer-Umkehr vollzieht.

Auf dem handgeschriebenen Zettel wurde behauptet, dass der Brunnen „auch ein Denkmal der vielen ermordeten Palästinenser und der vielen durch jüdische Bankgeschäfte verhungerten Menschen in der dritten Welt“ sei. Man solle sich nicht „von der Betroffenheits-Lobby (viel Geld und Macht !!) eine Buss-Notwendigkeit [sic] einreden“ lassen. Der Platz gehöre den Freiburgern „und nicht einer jüdischen lobby [sic]“, die jüdischen Opfer schauten angeblich „bestimmt liebevoll auf die planschenden Kinder und Hunde herab“ und würden „in keinster Weise herabgewürdigt !!!!“

UPDATE

Am darauffolgenden Donnerstag, 12. Juli, wurde am Synagogenbrunnen erneut ein Flyer mit erinnerungsabwehrenden Inhalten gefunden. Auf dem (diesmal gedruckten) Zettel wird erneut behauptet, bei dem Synagogenbrunnen handele es sich auch um „ein Denkmal der vielen durch Israel ermordeten Palästinenser“. Während „das fröhliche Geplansche Lebensfroher, unschuldiger Menschen […], welches eine Anne Frank sicher auch gerne gelebt hätte“, als im Sinne der Opfer der Schoa verstanden wird, wird den sich daran störenden „heute lebenden Juden“ „Heuchelei, lebensfeindliche[…] Prüderie und Machtbestreben“ vorgeworfen.

Mit der implizierten Schlussstrichforderung verbindet sich im Text auch eine Reproduktion weiterer antisemitischer Motive und eine Umkehr der Täter_innen- und Opferrollen: „Wenn man uns heute lebenden Deutsche permanent zu Reue und Schuldgefühlen zwingt, wo bleibt dann das gramverzerrte Gesicht und Selbstgeisselung für die grausamen Opfer des Dreissig-Jährigen-Krieges, oder die 2 Millionen durch König Herodes ermordeten Säuglinge?“