Israel / 23-03-2017

Israeli soll jüdische Einrichtungen in den USA bedroht haben

source: lemonde


Die israelische Polizei hat einen jungen Mann festgenommen, der für zahlreiche Bombendrohungen gegen jüdische Einrichtungen in den USA und Kanada verantwortlich sein soll. Auch sein Vater wurde als möglicher Mitwisser verhaftet. Der Verdächtige wohne im Süden Israels und gehöre der jüdischen Gemeinschaft an, sagte Polizeisprecherin Luba Samri.

 

Er habe neben der israelischen auch die US-amerikanische Staatsbürgerschaft und sei ein Hacker, sagte Polizeisprecher Micky Rosenfeld. Zu einem möglichen Motiv äußerte sich die Polizei nicht. Bei der Festnahme soll die israelische Spezialeinheit Lahav 433 mit der US-Bundespolizei FBI zusammengearbeitet haben. Der Name des mutmaßlichen Täters wurde nicht bekannt. Er soll noch am Donnerstag einem Haftrichter vorgeführt werden.

 

Der 19-Jährige soll Bombendrohungen gegen rund 120 jüdische Institutionen in den USA und Kanada ausgesprochen haben. Auch die Fluglinie Delta Air Lines soll der Mann bedroht und zur Notlandung einer Passagiermaschine gezwungen haben, wie die Wochenzeitung Tachles berichtete. In der Wohnung des Mannes fand die Polizei "leistungsfähige Geräte für die Manipulation und Codierung von Telefonanrufen".

 

Ha'aretz berichtet, der Mann habe die Taten begangen, weil er von der israelischen Armee als Rekrut abgelehnt wurde. Er sei demnach als "untauglich" eingestuft worden. Er soll nach Angaben seiner Anwältin Galit Bash unter "ernsten medizinischen Problemen" leiden, wie der israelische Sender i24 berichtete. 

 

Seit Anfang Januar 2017 gingen immer wieder Bombendrohungen bei jüdischen Gemeindezentren, Schulen und Organisationen in den USA und Kanada ein. Die letzten Drohungen richteten sich zum jüdischen Purimfest am 13. März gegen mindestens sieben Gemeindezentren, wie es weiter hieß. US-Präsident Donald Trump hatte spät auf die Bombendrohungen reagiert. Führende Repräsentanten des jüdischen Lebens in den USA hatten Trump dafür teils heftig kritisiert.