Australien / 16-01-2017

Die Ergebnisse einer neuen Forschung, die an öffentlichen Schulen in Australien durchgeführt wurde, zeigen beunruhigende Trends bezüglich Antisemitismus

source: ynet


Prof. Goldilocks Gross, Leiterin der Forschung Van Gelder für Holocaust-Studien an der Bar-Ilan-Universität, entdeckte ganz zufällig das Phänomen des "Antisemitismus am Spielplatz" in Australien, als sie im Rahmen einer großen Studie nach Australien kam, die sie mit Professor Suzanne Rutland von der University of Sydney über jüdische Schulen in Sydney, Melbourne, Neuseeland, Hong Kong, Singapur, Peking und Shanghai durchführte.

 

Kurz vor dem Ende, nach acht Jahren Arbeit, beschlossen sie, auch die öffentlichen Schulen zu betreten, um zu untersuchen, was mit den jüdischen Kindern passiert, die dort in einem besonderen Rahmen Kurse in Judentum besuchen. Nach australischem Recht ist jeder Student berechtigt, jede Woche eine halbe Stunde lang die Religion zu studieren, zu der er gehört oder eine Ethik-Lektion zu besuchen.

 

"Es war mir wichtig, den Rahmen zu überprüfen, und zu sehen, was dort in der Praxis geschieht," erklärt Professor Gross. "Ich muss sagen, dass ich als Forscherin gedacht habe, dass eine halbe Stunde pro Woche nicht sehr wirksam ist, und wahrscheinlich keine große Bedeutung hat - aber ich entdeckte, zu meiner Überraschung, dass dieser Rahmen in den Augen der Schüler und ihrer Eltern als sehr erfolgreich betrachtet wird, und wir wollten herausfinden, was das Geheimnis dieses Erfolgs ist."

 

Im Rahmen der spezifischen Beobachtungen, die die Forscher durchgeführt haben, fanden sie, wie es Gross definiert: "Eine erstaunliche Sache, die wir nicht erwarten hätten: Die Schüler sagten, dass dies eigentlich der sicherste Ort sei, den sie im Rahmen des Schulunterrichts haben." Gross erzählt, dass die jüdischen Kinder in öffentlichen Schulen mit "klassischen antisemitischen Ausdrücken" geplagt werden, wie wir sie in der Literatur finden, über den Juden, der eine lange Nase hat, dass Juden nach Geld gieren  und dass sie die Welt beherrschen wollen ."

 

"Auch vom modernen Antisemitismus werden sie nicht verschont," fügt Gross hinzu. "Sie werden wegen Israel verfolgt, wegen der "Besetzung", und wegen Israels "Behandlung der sogen. Palästinenser"."

 

Gross bezeugt, dass die Angaben für sie ein wahrer Schock waren: "Ich fiel in Ohnmacht". Die Kinder berichteten unter anderem von Beleidigungen wie "lange Nase", Verfolgungen von Jungen in der Schule mit Bedrohungen "ihnen eine neue Beschneidung zu machen" und die erniedrigendste Sache, die sich wiederholte, war die sogenannte "The Queen Story": Man wirft auf sie 5 Cent und sagt ihnen: Jude, lies das auf, denn der  Jude ist geizig und geldgierig..."

 

"Ein Junge in der High School erzählte uns, jedes Mal wenn er die Englisch-Lektion besucht, stehen zwei Schüler in der Klasse auf und sagen ihm: "Heil Hitler, schade, dass Hitler den Job nicht beendet hat." Kinder kommen auf diese Weise in die Schule und sind der Gewalt ausgesetzt."

 

Gross sagt, dass die Mehrheit der Schüler in den Grund- und Oberschulen es bevorzugen, ihr Jüdischsein zu verstecken, um Verletzungen dieser Art zu vermeiden. Und wo sind die Eltern? Nach Angaben der Forscherin, weigern sie sich, die Tatsachen zu anzuerkennen: "Es gibt ein schweres Phänomen der Leugnung des Antisemitismus. Nachdem  wir die Studie durchgeführt hatten, wendeten wir uns an die Schulverwaltung und teilten ihnen mit, was wir gefunden haben. Sie sagten nur: Das kann nicht sein, nicht in unserer Schule."